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HU-Ratgeber

Abgasuntersuchung (AU) erklärt: OBD, Trübung, Endrohrmessung

5 Min. Lesezeit · Stand 30. Mai 2026

Kurz: Die Abgasuntersuchung ist seit 2010 fester Bestandteil der HU – sie wird gemeinsam durchgeführt, aber separat dokumentiert. Bei Euro 3 und neuer erfolgt die Prüfung per OBD-Auslesung, bei älteren Benzinern per Endrohrmessung, bei Dieseln per Trübungsmessung. Eigene Termine sind selten nötig – AU läuft mit der HU.

AU & HU: ein Termin, zwei Prüfungen

Seit der HU-Reform 2010 ist die AU offiziell Teil der Hauptuntersuchung. Sie zahlen also nicht extra für die AU – sie ist im PKW-HU-Preis von 165 € bereits enthalten. Trotzdem wird sie als eigenständige Prüfung mit eigener Bescheinigung dokumentiert.

Drei Prüfmethoden – wer bekommt welche?

Welche Methode bei Ihrem Fahrzeug zum Einsatz kommt, hängt von Antrieb und Emissionsklasse ab. Wir entscheiden das vor der Prüfung anhand der Fahrzeugdaten.

  • OBD-Auslesung: Benziner ab Euro 3 (ab Bj. 2001), Diesel ab Euro 4 (ab Bj. 2006). Wir lesen den Fehlerspeicher und die Bereitschaftscodes der On-Board-Diagnose aus.
  • Endrohrmessung: ältere Benziner ohne G-Kat oder mit ungeregeltem Kat. CO-Wert und Lambda werden im Leerlauf und bei erhöhter Drehzahl gemessen.
  • Trübungsmessung: ältere Diesel ohne OBD-AU. Drei Beschleunigungstests, Trübungswert wird mit Opazimeter erfasst.

Was passiert, wenn die OBD-Auslesung scheitert?

Häufigster Grund: gelöschter Fehlerspeicher kurz vor der HU. Die Bereitschaftscodes brauchen 100–200 km, um sich vollständig zu setzen. Sind sie nicht bereit, gilt die AU als nicht bestanden – obwohl technisch alles in Ordnung ist.

Empfehlung: Speicher nicht direkt vor der HU löschen. Bei dauerhaft erleuchteter Motorkontrolllampe vorher in die Werkstatt, sonst ist die Plakette nicht zu schaffen.

Sonderfall E-Fahrzeuge und Hybride

Reine Elektrofahrzeuge brauchen keine AU – sie haben keine Verbrennungsabgase. Plug-in-Hybride und Hybride mit Verbrennungsmotor durchlaufen die normale OBD-AU. Wasserstoff-Fahrzeuge ebenfalls keine klassische AU.

AU-Frist und HU-Frist – synchron oder versetzt?

AU und HU haben dieselben Fristen: alle 2 Jahre für PKW, alle 3 Jahre für neue PKW bei Erstzulassung. Beide Prüfungen werden im selben Termin durchgeführt und in der HU-Plakette dokumentiert.

Häufige Fragen

Wird die AU bei Elektroautos berechnet?
Nein. Reine E-Fahrzeuge haben keine AU und keinen entsprechenden Preisbestandteil – die HU für ein E-Auto kostet bei uns weniger als für einen Verbrenner.
Was bedeutet 'Bereitschaftscode nicht gesetzt'?
Die On-Board-Diagnose hat noch nicht alle internen Selbsttests durchlaufen. Lösung: 100–200 km mit gemischtem Profil (Stadt + Landstraße + Autobahn) fahren, dann erneut prüfen.

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